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ScrapeGraph · Claude MCP · Web-Scraping

Claude bekommt Augen

Ein Open-Source-Tool mit über 28.000 GitHub-Stars verbindet Claude mit dem Live-Web. Hier ist das komplette Setup in 10 Minuten, plus die Prompts, mit denen du jede Fleißarbeit-Recherche delegierst.

Von Bernd Leitsoni
Aktualisiert
9 Min Lesezeit
Anfänger Level
Claude · ScrapeGraph
Irgendeine Website
Deine Tabelle
Du beschreibst, was du willst. Claude scannt, extrahiert und strukturiert.

Claude ist brillant im Denken und blind im Web. Genau diese Lücke schließt ScrapeGraph: ein Open-Source-Projekt eines italienischen Entwickler-Teams, das per MCP-Server direkt an Claude andockt. Danach gibst du Claude Recherche-Jobs in normalem Deutsch ("Zieh mir Namen, Preise und Ratings aller Konkurrenzprodukte und bau eine Tabelle"), und Claude erledigt sie mit echten Live-Daten statt mit Erinnerungen aus dem Training. Das ist die Sorte Fleißarbeit, für die Agenturen und Scraping-Dienste bisher richtig Geld verlangt haben.

Kurz gesagt

ScrapeGraph (offiziell ScrapeGraphAI) ist ein Open-Source-Web-Scraping-Tool mit über 28.000 GitHub-Stars und MIT-Lizenz, das Websites per KI ausliest: Du beschreibst in normaler Sprache, welche Daten du willst, das Tool liefert sie strukturiert zurück. Der entscheidende Baustein für Nicht-Programmierer ist der ScrapeGraph-MCP-Server, der das Tool direkt mit Claude verbindet. Das Setup dauert rund 10 Minuten: kostenlosen Account auf dashboard.scrapegraphai.com anlegen (500 Credits gratis), API-Key kopieren, in Claude Desktop einen Konfigurations-Eintrag ergänzen oder in Claude Code einen einzigen Terminal-Befehl ausführen. Danach kann Claude auf Zuruf Websites scrapen, durchsuchen und crawlen: Konkurrenz-Preise in Tabellen ziehen, Arbeitgeber-Bewertungen zusammenfassen oder Firmenverzeichnisse in Lead-Listen verwandeln. Kostenlos testen geht mit dem Free-Plan, danach kostet der Starter-Plan 20 US-Dollar pro Monat, ein Bruchteil klassischer Scraping-Dienste.

Was du brauchst: Claude als Desktop-App oder Claude Code im Terminal, einen kostenlosen ScrapeGraph-Account und 10 Minuten. Programmierkenntnisse brauchst du nicht, alle Befehle stehen hier zum Kopieren.

Was ist ScrapeGraph und warum reden alle davon?

Was ScrapeGraph anders macht

Klassisches Scraping heißt: Code schreiben, der zerbricht, sobald die Website ihr Layout ändert. ScrapeGraph dreht das um.

01

Prompt statt Code

Du beschreibst in normaler Sprache, welche Daten du willst. Die KI liest die Seite wie ein Mensch und findet die Felder selbst, auch wenn sich das Layout ändert.

02

Echtes Open Source

Über 28.000 GitHub-Stars, MIT-Lizenz, gebaut von einem italienischen Entwickler-Team. Der Code ist öffentlich, du bist nicht an eine Blackbox gebunden.

03

Dockt an Claude an

Der MCP-Server ist die Steckdose: einmal verbunden, kann Claude selbstständig scrapen, suchen und crawlen, mitten im normalen Chat.

04

Strukturierte Daten

Kein Copy-Paste-Chaos: Ergebnisse kommen als saubere Tabelle, JSON oder Markdown zurück, bereit für Google Sheets, Excel oder den nächsten Prompt.

Kostenlos auf GitHub oder gehostete Version?

Die zwei Wege

Gleiches Tool, zwei Betriebsarten

Beide Wege nutzen dieselbe Technologie. Der Unterschied ist, wer die Infrastruktur betreibt und wie viel du selbst bauen musst.

Empfohlen Gehostete API + MCP

ScrapeGraph betreibt die Server, du verbindest Claude per API-Key. Free-Plan mit 500 Credits zum Testen, danach Starter für 20 $ pro Monat mit 10.000 Credits (Stand Juli 2026). Zum Vergleich: Klassische Scraping-Dienste wie Apify oder Bright Data kosten für vergleichbare Jobs schnell mehrere hundert Dollar im Monat. Dieser Weg ist der Rest dieser Anleitung.

Für Techniker Open-Source-Bibliothek

Die Python-Bibliothek scrapegraph-ai von GitHub, komplett kostenlos. Du bringst eigene LLM-API-Keys mit (OpenAI, oder lokal via Ollama sogar ganz ohne API-Kosten) und betreibst alles selbst. Maximale Kontrolle, aber du brauchst Python-Grundkenntnisse.

Wie verbinde ich ScrapeGraph mit Claude?

Setup in 5 Schritten

Einmal einrichten, dauerhaft nutzen. Der API-Key ist wie ein Haustürschlüssel: nicht öffentlich teilen, nicht in Screenshots zeigen.

1

Account anlegen. Auf dashboard.scrapegraphai.com kostenlos registrieren. Der Free-Plan enthält 500 Credits, einmalig, das reicht locker für die ersten Test-Jobs.

2

API-Key kopieren. Im Dashboard findest du deinen API-Key. Er ersetzt in den Beispielen unten den Platzhalter DEIN-API-KEY.

3

Claude verbinden. Je nachdem, womit du arbeitest: Desktop-App oder Claude Code. Beide Varianten stehen unten zum Kopieren.

4

Neu starten und prüfen. Claude Desktop komplett beenden und neu öffnen. Dann frag Claude: "Welche ScrapeGraph-Tools hast du?" Die Antwort sollte scrape, extract, search und crawl enthalten.

5

Klein testen. Erst ein Ein-Seiten-Job ("Scrape diese Produktseite, gib mir Name, Preis, Rating als Tabelle"), dann größer werden. So merkst du sofort, ob alles läuft, ohne Credits zu verbrennen.

Variante A: Claude Desktop. Öffne die Datei claude_desktop_config.json (Mac: über Claude > Settings > Developer > Edit Config) und ergänze diesen Block:

claude_desktop_config.json
{
  "mcpServers": {
    "scrapegraph": {
      "command": "npx",
      "args": [
        "mcp-remote",
        "https://mcp.scrapegraphai.com/mcp",
        "--header",
        "X-API-Key:DEIN-API-KEY"
      ]
    }
  }
}

Variante B: Claude Code. Ein einziger Befehl im Terminal:

Terminal
# ScrapeGraph als MCP-Server hinzufügen
claude mcp add --transport http sgai \
  https://mcp.scrapegraphai.com/mcp \
  --header "X-API-Key: DEIN-API-KEY"
Falls npx fehlt (nur Variante A): Der Desktop-Weg braucht Node.js auf dem Rechner. Einmalig von nodejs.org installieren, dann funktioniert der Konfigurations-Block. Claude Code bringt alles mit.

Was kann ich damit konkret scrapen?

4 Jobs, die du ab heute delegierst

Die Start-Prompts kannst du wörtlich übernehmen, eckige Klammern durch deine Daten ersetzen. Faustregel für jeden Job: Ziel-Seiten nennen, Felder nennen, Format nennen.

01

Konkurrenz-Preise in eine Tabelle

Der Klassiker aus dem E-Commerce, funktioniert aber für jede Branche mit öffentlichen Preisen: Produkte, Pakete, Stundensätze. Statt Freitag-Nachmittag-Copy-Paste ein einziger Auftrag.

Sag zu Claude"Scrape diese drei Konkurrenz-Shops: [URLs]. Zieh mir pro Produkt Name, Preis, Rating und Anzahl Bewertungen. Bau daraus eine Tabelle, sortiert nach Preis, und markiere alle Produkte, die günstiger sind als meine: [deine Preisliste]."

02

Arbeitgeber-Radar aus Bewertungen

Kununu- und Glassdoor-Bewertungen sind Marktforschung, die schon jemand für dich geschrieben hat: über die eigene Firma, über Wettbewerber, über Kunden. Claude fasst die Muster zusammen, statt dass du 80 Einzelbewertungen liest.

Sag zu Claude"Such die öffentlichen Kununu-Bewertungen von [Firma] und fass zusammen: die 5 häufigsten Kritikpunkte und die 5 häufigsten Lob-Punkte, jeweils mit einem Original-Zitat. Was davon würde einen Bewerber abschrecken?"

03

Firmenverzeichnis zu Lead-Liste

Branchenverzeichnisse, Verbands-Mitgliederlisten, Messe-Ausstellerlisten: öffentlich einsehbar, aber mühsam abzutippen. Claude crawlt das Verzeichnis und liefert die Struktur. Wichtig: Bei personenbezogenen Daten wie E-Mail-Adressen gilt die DSGVO, dazu unten mehr.

Sag zu Claude"Crawle das Mitgliederverzeichnis unter [URL] und extrahiere pro Firma: Name, Ort, Website und Branche. Gib mir das als Tabelle und sag mir am Ende, wie viele Einträge du erfasst hast."

04

Dauerbeobachtung statt Einmal-Job

ScrapeGraph kann Monitore anlegen: geplante Jobs, die eine Seite regelmäßig prüfen. So merkst du, wenn der Wettbewerber die Preise ändert oder eine neue Stelle ausschreibt, ohne selbst nachzusehen.

Sag zu Claude"Leg einen Monitor an, der die Preisseite von [Konkurrent-URL] wöchentlich prüft. Wenn sich Preise oder Pakete ändern, will ich eine kurze Zusammenfassung der Änderungen."

Das Muster dahinter: Gute Scraping-Aufträge haben drei Teile. Wo (die konkreten URLs), was (die exakten Felder) und wohin (Tabelle, JSON, Zusammenfassung). Je präziser die drei, desto weniger Credits verbrennst du mit Nachbesserungen.

Wo sind die Grenzen und Risiken?

Die ehrlichen Grenzen

Damit du nicht in die drei klassischen Fallen läufst: Kosten, Technik, Recht.

Credits schmelzen unterschiedlich schnell. Eine einfache Seite als Markdown kostet ab 1 Credit, KI-Extraktion mit Prompt 5 Credits pro Aufruf, große Crawls entsprechend mehr. Deshalb: klein testen, dann skalieren.
Der Free-Plan ist einmalig, nicht monatlich. Die 500 Gratis-Credits laden sich nicht neu auf. Für regelmäßige Jobs führt der Weg zum Starter-Plan (20 $ pro Monat, 10.000 Credits).
Login-Bereiche bleiben zu. Alles hinter einem Login (LinkedIn-Profile, geschlossene Portale) ist tabu und technisch nicht ohne Weiteres erreichbar. Auch harte Bot-Abwehr kann einzelne Seiten blocken.
Öffentlich heißt nicht frei verwertbar. Nutzungsbedingungen der Website, Urheberrecht und vor allem die DSGVO gelten weiter. Preis- und Produktdaten sind unkritisch, gescrapte E-Mail-Adressen für Kaltakquise sind ein DSGVO-Thema: vorher rechtlich prüfen lassen.
KI-Extraktion ist nicht unfehlbar. Bei großen Jobs Stichproben gegen die Original-Seite prüfen, bevor Entscheidungen auf den Daten basieren. Lass dir von Claude immer mitgeben, wie viele Einträge erfasst wurden.

Häufige Fragen

Was kostet ScrapeGraph?

Der Free-Plan enthält 500 Credits einmalig, damit testest du kostenlos. Danach kostet der Starter-Plan 20 US-Dollar pro Monat mit 10.000 Credits (Stand Juli 2026). Die Open-Source-Bibliothek auf GitHub ist komplett kostenlos, dort zahlst du nur deine eigenen LLM-API-Keys, brauchst aber Python-Kenntnisse.

Ist Web-Scraping überhaupt legal?

Öffentlich zugängliche Daten zu erfassen ist in vielen Fällen zulässig, aber es gibt drei Grenzen: die Nutzungsbedingungen der Website, das Urheberrecht bei Inhalten und die DSGVO, sobald personenbezogene Daten wie E-Mail-Adressen im Spiel sind. Für Preis- und Produktdaten ist das Risiko gering, bei Personendaten für Kaltakquise solltest du vorher rechtlich prüfen lassen.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Nein. Für den gehosteten Weg brauchst du nur einen ScrapeGraph-Account, den API-Key und einen Konfigurations-Eintrag in Claude, der oben zum Kopieren steht. Nur die kostenlose Open-Source-Bibliothek richtet sich an Leute, die mit Python arbeiten können.

Funktioniert das nur mit Claude?

Nein. MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, den auch andere AI-Tools wie Cursor unterstützen. Claude ist aber die Referenz-Umgebung, und diese Anleitung zeigt den Weg für Claude Desktop und Claude Code.

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